Achtsamkeit lernen durch Meditation im Alltag

Workshop: Schweigend vor Gott in der Stille warten auf sein leises Reden ist Beten ohne Worte. Die Erfahrung der Stille führt uns in die innere Mitte. Wir entdecken Fülle in uns und nehmen das wirklich Wichtige im Leben wahr. Dieses «Genug» macht uns unabhängiger von Gütern und Ansehen bei den Menschen.

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7 April 2023
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Beten

Zusammenfassung aus: Workshop der StopArmut Konferenz am 25. März 2023 in Aarau
Autorin und Workshopleiterin: Verena Meier


Achtsamkeit lernen durch Meditation im Alltag

»Ich will sitzen und will schweigen und will hören, was Gott in mir redet.«
Meister Eckhart

Schweigend vor Gott in der Stille warten auf sein leises Reden ist Beten ohne Worte. Die Erfahrung der Stille führt uns in die innere Mitte. Wir entdecken Fülle in uns und nehmen das wirklich Wichtige im Leben wahr. Dieses «Genug» macht uns unabhängiger von Gütern und Ansehen bei den Menschen.

Das Gebet der Stille kennt viele Formen

ein Spaziergang, eine Gebetsgebärde; Sitzen in der Stille in einer Kirchenbank oder daheim auf einem Gebetsschemel oder Sitzkissen etc. Stille allein oder mit anderen zusammen (auch ein Spaziergang im Schweigen zu zweit).

Einige wichtige Grundsätze zu Beginn

  • Sich Zeit nehmen, um die passende Form zu finden. Wer beim Sitzen häufig einschläft, wählt zum Beispiel den Spaziergang oder wird vor der Stille aktiv mit Tanzen, Gebetsgebärden, Spaziergang, Joggen oder Kraftübungen. Wer leicht ablenkbar ist, richtet sich eher in der Wohnung einen Ort für die Stille ein. Das kann in einem Keller oder Estrich oder auch in der Ecke eines Zimmers sein. Halte den Aufwand zum Beginnen der Stille möglichst gering, damit nicht das Einrichten zum Hindernis wird.
  • Beim Sitzen in der Stille die Zeit in den ersten Wochen auf 5-10 Minuten beschränken (Wecker / Handy-Mitteilung), um sich nicht zu überfordern. Wer sich mit dem gewählten Zeitplan gut eingefunden hat, kann jeweils etwa 5 Minuten verlängern. Als Geübte ist es langfristig sinnvoll, die Stille auf 30 bis 40 Minuten auszudehnen, weil die längere Zeitdauer hilft, mehr in die Tiefe zu kommen.
  • Wer in die Stille eintauchen will, erlebt vor allem viel Zerstreuung und Lärm im Kopf. Das ist normal. Hilfreich ist ein Zettel mit Stift oder das Handy im Flugmodus in der Nähe, sodass wichtige Dinge wie vergessene Aufgaben, Termine etc. ohne Aufwand sofort aufgeschrieben werden können. Alle weniger wichtigen Gedanken wie Wolken an sich vorbeiziehen lassen. Je länger man das Gebet der Stille einübt, desto einfacher gelingt dies.
  • Ein Wort der Sammlung hilft, wieder in die Stille zurückzukehren, wenn die Gedanken überhandgenommen haben. Wähle ein Wort wie «jetzt» «heute» «ich bin hier», «da-sein», «warten» und kein religiöses Wort wie «Jesus», «Gnade» etc., weil hinter diesen Wörtern oft Bilder verborgen sind, welche von der echten Gegenwart Gottes ablenken können.
  • Regelmässigkeit ist wichtig, damit die Stille zu einem Teil von uns wird und wir auch in schwierigen Momenten einfach darauf zurückgreifen können.
  • Das Gebet der Stille verändert, egal ob man während der Stille «tiefe» Erfahrungen erlebt oder nicht.
  • Erfahrungen (auch ganz «einfache» Einsichten) verarbeiten, damit sie nicht verloren gehen: einen kurzen Text aufschreiben; einen Satz oder ein einzelnes Wort mitnehmen bis zur nächsten Stille; ein Bild malen; die Erfahrung in einer Körpergeste ausdrücken.
  • Tiefe Erfahrungen geschehen, sie sind unverdientes Geschenk; es ist nicht möglich sie zu «machen». Oft sind es Bilder, welche nur schwer in Worte gefasst werden können und sogar von uns vertrauten Menschen nicht verstanden werden.

 

In der zweiten Hälfte des Workshops wurde das «Unser Vater» mit Gebetsgebärden eingeübt. Wer sich dafür interessiert, kann sich gerne bei Verena Meier melden: Email

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