Agrarökologie und Resilienz in Ruanda

Dank des Projekts von FH Schweiz in Ruanda können Bäuerinnen wie Chantal eine bessere Zukunft für ihre Familien sichern.

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FH Rwanda eggplant production
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20 Dezember 2024
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In Ruanda setzt sich die NGO Food for the Hungry dafür ein, die landwirtschaftliche Produktion der Kleinbäuerinnen und -bauern zu verbessern und unterstützt diese bei der Gründung von Kleinunternehmen.

Chantal lebte in Ruanda als Kleinbäuerin ein sehr bescheidenes Leben. Der Ertrag ihres Landes war im Verhältnis zur Anbaufläche gering und ihre Familie hatte weder genügend Nahrungsmittel noch genügend Geld. Im Jahr 2021 wurde Chantal ausgewählt, am Agrarökologieprojekt von FH in ihrer Region (Bwira) teilzunehmen, die im Westen Ruandas liegt. Bwira ist eine Bergregion, in der 44% der Haushalte mit Ernährungsunsicherheit zu kämpfen haben. Die Organisation unterstützte sie mit Schulungen, landwirtschaftlichen Geräte, 15 kg verbessertem Maissaatgut und einem Schwein.

Schulungen und Ausrüstung

FH begleitet die Kleinbäuerinnen und -bauern, damit diese ihre Produktivität in der Landwirtschaft und Viehzucht durch die Anwendung agrarökologischer Praktiken wie Mulchen, Herstellung von organischem Dünger, Fruchtfolge und Anlage von Agroforstbaumschulen steigern können. Die Organisation bietet dafür Schulungen zu landwirtschaftlichen Praktiken an, stellt hochwertiges Saatgut und Vieh zur Verfügung, überwacht den Säuregrad des Bodens, der zu niedrigen Erträgen führt, und bietet Lösungen zur Behebung dieser Probleme an. Ausserdem stellt sie Bewässerungsanlagen zur Verfügung.

Deutlich mehr Erträge

Dank der verschiedenen Schwerpunkte können die Erträge vor allem beim Mais um das Dreifache gesteigert werden.

„Früher hatte ich gerade genug für den Familienbedarf und keine Überschüsse, die ich verkaufen konnte. Ich war nicht in der Lage, das Schulgeld für meine Kinder zu bezahlen.“

Heute ist Chantal in der Lage ihre Familie zu ernähren, weil sie nicht nur mehr ernten kann, sondern auch Einnahmen aus dem Verkauf von landwirtschaftlichen Produkten erzielt. Ihre Bohnenproduktion ist beispielsweise von 0,8 auf 1,4 Tonnen pro Hektar gestiegen.

Unterstützung des Unternehmertums

Auch die Nachernte begleitet FH. So können Verluste durch die Bereitstellung von Lagermaterial verringert werden. FH unterstützt die Familien in ihrem Unternehmertum, damit sie ihr Einkommen diversifizieren können. So berichteten 26,1 % der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dass sich ihre Einkommensmöglichkeiten durch die Schulungen und Startpakete erhöht haben.

Gemeinsam gegen den Hunger

FH Schweiz ist eine 1996 gegründete christliche Organisation, die Mitglied des internationalen Netzwerks Food for the Hungry ist. Ihre Vision ist die Entwicklung der Gemeinschaften, um die Ernährungssicherheit zu gewährleisten und die Lebensbedingungen der Familien durch die aktive Beteiligung der Projektteilnehmenden zu verbessern. Die Programme der Organisation konzentrieren sich auf Landwirtschaft, Bildung, Gesundheit, die Förderung von einkommensschaffenden Massnahmen und die Stärkung der Zivilgesellschaft.

Das Projekt von FH Schweiz in Ruanda ist Teil des Programms Learning 360, das von Interaction und vier seiner Mitglieder ins Leben gerufen wurde. Dieses Programm, das den Zeitraum 2021-24 abdeckt, wird von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) mitfinanziert.

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