Am 27. September stimmen die Reformierten im Kanton Zürich erstmals über eine politische Initiative ab. Inhalt der Abstimmung ist eine Änderung der Kirchenordnung, der von der Synode eingereichte Gegenvorschlag zur Schöpfungsinitiative. Die Evangelisch-reformierte Kirche im Kanton Zürich soll bis 2035 klimaneutral werden, also unter dem Strich keine schädlichen Treibhausgase mehr ausstossen. Welche Massnahmen sie dafür ergreift, darf jede Kirchgemeinde selbst entscheiden. Damit die Massnahmen systematisch und vergleichbar sind, sollen alle Kirchgemeinden ein Umweltmanagementsystem verwenden. Die Landeskirche unterstützt die Gemeinden dabei aber auch finanziell.
Das ursprüngliche Initiativkomitee steht hinter diesem Gegenvorschlag. Der Vorschlag verfolge dieselben Anliegen wie die ursprüngliche Initiative und trage dazu bei, dass die Landeskirche sichtbar etwas für den Klimaschutz tue.
Folgendes sind die Argumente des Initiativkomitees
Klimaneutral bis 2035 – «liefere, nicht nur lafere»: Gerade wir als Kirche wissen: Eine Predigt besteht nicht nur aus Worten. Was wir verkünden, sollen wir auch leben. Mit einem ehrgeizigen, aber machbaren Klimaziel machen wir genau das. Wir sagen nicht nur, dass uns Klimaschutz wichtig ist, sondern setzen ihn auch wirklich um.
Freiwilligkeit: Welche Massnahmen eine Kirchgemeinde konkret umsetzt, bleibt nach einem «Ja» ganz ihr überlassen. Das ist sinnvoll: Gemeinden schauen so alle Bereiche systematisch an. So findet jede Gemeinde die Massnahmen, die zu ihr passen.
Kirche für alle – auch für die Natur: Klimaschutz verbindet. Bei Umweltaktionen kann man neue Menschen ansprechen und einbinden. So entsteht Gemeinschaft und man kann gemeinsam etwas anpacken. Davon profitieren aber nicht nur die Menschen, sondern auch die Natur. Der biblische Auftrag aus der Schöpfungsgeschichte ist klar: Wir sollen auch zur Natur Sorge tragen.
Klimaschutz lohnt sich auch finanziell: Wer auf Öl und Gas angewiesen ist, zahlt drauf, wenn die Lieferungen ins Stocken geraten. Genau das ist zurzeit der Fall: Wegen der Unruhen im Osten ist nicht sicher, dass immer genug Öl und Gas geliefert wird. Wer auf erneuerbare Energien umstellt, tut also nicht nur etwas fürs Klima, sondern spart auch Geld. So gesehen ist die Vorlage langfristig eine einfache Möglichkeit, Kosten zu sparen, und sie schadet niemandem.
Webseite: www.schoepfungsinitiative.ch



