GivingTuesday statt Black Friday: Wer zahlt den Preis für deinen Rabatt?

Der GivingTuesday ist der weltweite Tag des Gebens und der Grosszügigkeit. Gleichzeitig ist er eine Gegenbewegung zu den masslosen konsumschürenden Profitaktionen rund um den Black Friday, Cyber Monday und co.

SHARE
Black Friday
|
26 November 2024
|
Geben, Leben

Mit dem Herbeiziehen der letzten Novembertage leuchten auf unseren Bildschirmen zunehmend Werbeanzeigen für den Black Friday, Cyber Monday und ähnliche Aktionen auf. Aus allen Richtungen werden uns Rabattanzeigen ins Gesicht geklatscht und ziehen uns in den reissenden Strom des Kaufrauschs. Viele Menschen geben in wenigen Stunden mehr Geld aus, als sie es unter normalen Umständen tun würden. „Das wollte ich mir ja sowieso kaufen“, „Es macht doch Sinn, jetzt schon Weihnachtsgeschenke zu besorgen“ – es gibt immer gute Gründe, sich an den Rabattschlachten zu beteiligen. Eine wahre Feiertagsserie für Händlerinnen und Händler beginnt. Aber was wird eigentlich gefeiert? Konsumhöchstleistungen.

Doch wer zahlt den Preis für deinen Rabatt? Die Unternehmen? Absolut illusorisch! Diese planen über Monate hinweg, wie sie mit Rabattaktionen ihren Umsatz maximieren können.

Wie kann es sein, dass an einem Tag plötzlich so viele Produkte um ein Vielfaches günstiger verkauft werden können? Wer bezahlt dafür? Wie kann es sein, dass an einem Tag plötzlich ein Vielfaches der zu verkaufenden Produkte vorhanden ist (was bei Rabatten immer notwendig ist). Wie kann eine Produktion in kurzer Zeit auf diese Leistung hochgefahren werden?

Der Preis des Konsums

  • Umweltschäden: Klassisch für die Konsumgesellschaft ist das Setzen auf Massenproduktion und die kurze Lebensdauer von Produkten. Dies hat gravierende Folgen für die Umwelt.
  • Ungerechtigkeit: Häufig basieren die niedrigen Preise auf Produktionsbedingungen, die Mensch und Natur ausbeuten. Solche Billigangebote erschweren die Sicherstellung fairer Arbeitsbedingungen.
  • Unnötiger Konsum: Psychologische Tricks und aggressive Werbestrategien führen dazu, dass viele Dinge gekauft werden, die gar nicht benötigt werden – einfach, weil der Rabatt zu verlockend erscheint.

GivingTuesday am 3. Dezember 2024: Ein Tag des Gebens und Teilens

Im Gegensatz dazu steht der GivingTuesday, der weltweite Tag des Gebens und der Grosszügigkeit. Dieser Tag ruft dazu auf, innezuhalten und sich zu fragen: Was kann ich geben, anstatt zu konsumieren?

GivingTuesday setzt ein Zeichen für ein Miteinander, das nicht auf Kaufkraft basiert, sondern auf Menschlichkeit. Es ist eine Einladung, für einen guten Zweck zu spenden, sich sozial zu engagieren oder Zeit mit anderen zu teilen.

Wie kann ich mitmachen?

  1. Spenden: Unterstütze eine Organisation oder ein Projekt, das dir am Herzen liegt.
  2. Teilen: Teile dein Wissen, deine Zeit oder Ressourcen mit anderen.
  3. Inspirieren: Erzähle anderen vom GivingTuesday und lade sie ein, mitzumachen.

Der GivingTuesday zeigt uns, dass es eine Alternative zur rücksichtslosen Schnäppchenjagd gibt. Mit Mitgefühl, Solidarität und einer Portion Grosszügigkeit können wir an diesem Tag einen echten Unterschied machen – für andere und für uns selbst.

Teile diesen Beitrag mit deinen Freunden

ähnliche Beiträge

25_laurent goetschel1

Gerne erinnern wir uns an eine unvergessliche Konferenz zurück. Hier findest du einige Highlights fotografisch festgehalten.

8 Dezember 2025
Podiumsdiskussion

Als Teil des internationalen Micah Global Netzwerks nahmen wir im Oktober mit einer Delegation von StopArmut, StopPauvreté und Interaction Schweiz an der Micah Global Consultation in Kapstadt, Südafrika, teil. Dort begegneten wir engagierten Mitgliedern und Organisationen, die in unterschiedlichen Teilen der Welt ähnliche Arbeit wie wir leisteten.

25 November 2025
Datenlükchen und Denkmuster

Die UNO bezeichnet den Klimawandel als „Bedrohungsmultiplikator“ (threat multiplier): Er verursacht nicht zwingend Konflikte, verschärft jedoch bestehende soziale und politische Spannungen. Klimakatastrophen verstärken diese Dynamiken zusätzlich, insbesondere im Globalen Süden, und erhöhen damit das Risiko (bewaffneter) Konflikte. Darum müssen Fragen der Umweltgerechtigkeit nicht nur als Nachhaltigkeits-, sondern auch als Friedensfrage verstanden werden. Der Wille wird vielerorts formuliert, die Umsetzung jedoch bleibt herausfordernd. Genau diesen Herausforderungen stellte sich Damaris Eschbach im Rahmen ihrer Masterarbeit im Studiengang Integrated Building Systems an der ETH Zürich – ein Friedensengagement einer etwas anderer Art.

18 November 2025
Melde dich für unseren Newsletter an