Hilfe, ich muss die Welt retten

Umgang mit Ohnmacht lernen - Workshop aus der StopArmut Konferenz 2022

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Hilfe, ich muss die Welt retten
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29 März 2022
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Leben

Workshop und Text von: Riki Neufeld, Bienenberg

Eva Schmassmann brachte an der Tageskonferenz das Anliegen dieses Workshops auf den Punkt, als sie die Arbeit mit den Nachhaltigkeitszielen ein stückweit mit einem Zauberwürfel verglich. Alle sind miteinander verknüpft und es reicht nicht, sich einfach nur auf eines oder zwei der Ziele zu fokussieren. Allein schon die Komplexität dieses Vorhabens kann Ohnmachtsgefühle auslösen.

Teilnehmende des Workshops äusserten, dass sie sich selbst beim notwendigen “in Aktion treten” in Gefahr des Burnouts sehen. Andere bemerkten, dass Ohnmachtsgefühle auch dann auftauchen, wenn man beim Betrachten von Mitmenschen sich plötzlich, im Zusammenhang mit den Nachhaltigkeitszielen, als Einzelkämpfer fühlen.

Ein Workshop in drei Teilen

Um den Umgang mit Ohnmacht zu thematisieren haben wir den Workshop in drei Teile gegliedert.

  1. Das Werte Quadrat

Im ersten Teil haben wir Ohnmacht versucht durch das Wertequadrat von Schulz von Thun zu betrachten. Dabei ging es darum, Ohnmacht als Extremauswirkung einer durchaus positiven Tugend zu erkennen. Hinter der Ohnmacht steht nämlich die durchaus positive Erkenntnis der eigenen Begrenzung.

Das direkte Gegenteil der Ohnmacht ist auch eine negative Extremauswirkung, nämlich was wir als “Überaktivismus” benannt haben, eine Tätigkeit, die zum Ausbrennen führt. Aber auch hinter dem “Überaktivismus” ist eine durchaus positive Tugend, die gleichzeitig eine Schwestertugend der “Erkenntnis der eigenen Begrenzung” ist, und zwar ein zuversichtliches Aktiv-werden.

Der Weg aus der Ohnmacht geschieht nicht durch den Sprung in den Überaktivismus, sondern in der Spannung zwischen dem “Bewusstsein der eigenen Grenzen” und dem “zuversichtlich aktiv werden ”

  1. Kontemplative Übungen

In einem zweiten Teil haben wir den Schatz kontemplativer Übungen beleuchtet als Rituale, die helfen können in der Stille vor Gott das “SEIN” einzuüben. Ohnmacht und Überaktivismus sind im Kern Erfahrungen, die mit dem Handeln und Tun verbunden sind. Als Menschen sind unsere Handlungsmöglichkeiten ein essenzieller Teil für ein wohlergehendes Leben. Dennoch ist es wichtig auch den Zugang zu der tieferen Ebene des “Seins” zu finden. Aus dem “Sein” heraus öffnen sich nämlich ganz neue Handlungsmöglichkeiten.

Kontemplative Übungen wie die “Stille vor Gott” können dabei eine enorme Hilfe sein, um eigene Handlungsmöglichkeiten etwas losgelöster vom eigenen Selbst zu verstehen und, um es nicht nur theoretisch zu belassen, haben wir konkret 10 Minuten “Stille vor Gott” eingeübt.

  1. Konkrete Schritte

In einem dritten etwas kurzen Teil ging es um das Teilen von konkreten Schritten, die helfen können aus einem Ohnmachtsgefühl rauszukommen. Hier ging es darum, sich zuerst auf das zu fokussieren, wo die eigene Leidenschaft schon vorhanden ist und von da aus dann auch neue kleine Schritte in eher unbekannte Bereiche zu wagen.

Auch kam heraus, wie wichtig es ist, sich mit Gleichgesinnten zu Vernetzen und sich an den Orten einzuklinken, wo schon etwas getan wird.

 

Video der Impulse
(Das Video beinhaltet Kapitel und jeweilige Folien mit den Fragen zur Reflexion oder Diskussion, resp. dem Übungsbeschrieb)

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