Klima-un-gerechtigkeit: Alle können sie sehen – aber kaum eine:r schaut hin

An Klimaextreme werden wir uns langsam anpassen müssen. Schon längst müssen viele in Armut lebende Menschen mit Dürren und Überschwemmungen leben. Das ist ungerecht, weil sie das Problem nicht verursachen.

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Klima-un-gerechtigkeit: Alle können sie sehen – aber kaum eine:r schaut hin
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31 Oktober 2022
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Die Arbeitsgruppe Klimagerechtigkeit mit StopArmut und 9 weiteren Organisationen der Klima-Allianz fordert von den Verursachern, zu denen die Schweiz gehört, ambitionierte nationale Klimaziele sowie Unterstützung für Betroffene im globalen Süden. Für eine bessere Klimapolitik und zur Mobilisierung der Wählenden suchen wir eine:n Klimabotschafter:in.

Erneut liegt ein ungewöhnlich heisser und trockener Sommer hinter uns. Wir müssen uns langsam auf einen neuen Alltag einstellen. «Ärmere Länder kämpfen schon seit längerem mit der neuen Realität der Klimaerhitzung. In diesen Ländern sind arme Menschen überdurchschnittlich stark betroffen, z.B. weil ihnen die Mittel für die Anpassung an die zunehmenden Wetterextreme wie Dürren und Überschwemmungen fehlen», sagt Sonja Tschirren von Swissaid. In Indonesien leben Menschen auf Inseln, die wegen des ansteigenden Meeresspiegels bald nicht mehr bewohnbar sind. In Burkina Faso leben Kleinbäuer:innen, die wegen abnehmenden Niederschlagsmengen in Grossstädte umziehen müssen. In Pakistan werden innert Sekunden Häuser, Schulen und Spitäler weggeschwemmt. Tropische Wirbelstürme erodieren in Haiti kleinbäuerlich genutzte Hänge. In Äthiopien hungern Menschen, weil auf vielen Feldern nicht mehr genug wächst.

Alle diese Menschen müssen Lösungen finden für Probleme, die sie nicht verursacht haben. Auf diese grosse Ungerechtigkeit machen Organisationen, die sich in der Arbeitsgruppe Klimagerechtigkeit der Klima-Allianz Schweiz zusammengeschlossen haben, in dieser Woche vom 31.10. – 7.11. aufmerksam. Wir vereinen unsere Kräfte und zeigen auf, was die Schweiz konkret tun kann, um zu mehr Klimagerechtigkeit beizutragen.

Der schweizerische Beitrag zu mehr Klimagerechtigkeit

«Im kommenden Jahr erwarten uns die Abstimmung zum indirekten Gegenvorschlag zur Gletscher -Initiative sowie die nationalen Wahlen im Oktober. Die Schweiz muss aufgrund ihres grossen Klimafussabdrucks pro Kopf ihre Verantwortung gegenüber den Menschen wahrnehmen, die unter der Klimaerhitzung besonders leiden, diese aber nicht verursacht haben. Wir müssen so rasch wie möglich klimaneutral werden», sagt Stefan Salzmann von Fastenaktion. Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, sind wir auf der Suche nach prominenter Unterstützung. Wen wir als Klimabotschafter:in für 2023 ins Boot holen, kann die ganze Schweiz in einem Online-Voting mitentscheiden. Der oder die Klimabotschafter:in soll Menschen überzeugen, das Klima als Kriterium für politische Entscheidungen stärker zu berücksichtigen, um die schlimmsten Szenarien globaler Klimaerhitzung abzuwenden. Die Gewinner:in wird in den Wochen nach unserem Online-Voting von uns angesprochen, ob und wie sie sich eine Zusammenarbeit vorstellen kann.

Zum Online-Voting:

Klimakonferenz COP27 in Sharm El-Sheik

In einer Woche beginnt die diesjährige UN-Klimakonferenz. Wir erwarten, dass sich die Schweiz für eine internationale Klimapolitik einsetzt, welche die Menschenwürde sowie Fragen globaler Gerechtigkeit ins Zentrum stellt. Wir fordern die Schweiz auf, sich dafür einzusetzen, die technische und finanzielle Unterstützung für in Armut lebende Menschen auszubauen.

«An der vergangenen Klimakonferenz in Glasgow 2021 wurde klar, dass die wohlhabenden Länder ihre Verpflichtung von 2009,100 Mrd. US-Dollar jährlich für Klimaschutz und Anpassung in Entwicklungsländern bereitzustellen, nicht einhalten. An der bevorstehenden Klimakonferenz muss ein neues, höheres Finanzierungsziel beschlossen und sichergestellt werden, dass zusätzliche, angemessene und vorhersehbare Finanzmittel für die Entwicklungsländer bereitgestellt werden», sagt Patrik Berlinger von Helvetas. Zudem braucht es dringend Fortschritte im Bereich Verluste und Schäden (Loss and Damage). Dies ist ein dringender Aspekt von Klimagerechtigkeit. Es geht darum, Menschen zu unterstützen, die aufgrund der Erderwärmung unwiderrufliche Schäden erlitten haben.

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