Medienmitteilung: Christinnen und Christen diskutieren Wege zum Frieden

Am vergangenen Samstag nahmen 220 Personen an der StopArmut Konferenz in Winterthur teil.

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Medienmitteilung nach der StopArmut Konferenz 2025
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3 November 2025
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An der diesjährigen StopArmut Konferenz reflektierten die Teilnehmenden über Handlungsoptionen rund um die Themen Friedensförderung und Konfliktlösung. Im Zentrum der Konferenz stand das Bild der biblischen Verheissung Schwerter zu Pflugscharen, welches die Christinnen und Christen durch einen Tag reich an Impulsen und Begegnungen begleitete. Ansätze wie die Feindesliebe und die gleiche Würde aller Menschen prägten den Austausch, der Raum für Hoffnung und Antworten in einer krisenerschütterten Welt schaffen sollte.

Im Kontext der gegenwärtigen bewaffneten Konflikte weltweit widmete Interaction die diesjährige StopArmut-Konferenz den Themen Konfliktbewältigung, Friedensförderung und Versöhnungsarbeit. Der Fokus stand dabei auf konkreten Schritten, die Christinnen und Christen unternehmen können, um einen Beitrag in Richtung der Verheissung „Schwerter zu Pflugscharen” zu leisten, die aus heutiger Sicht weit weg erscheinen mag. Matthieu Dobler Paganoni, Geschäftsleiter von Interaction, eröffnete die Konferenz mit diesen Worten: „Die Geschichten christlicher Akteurinnen und Akteuren sollen die Teilnehmenden dazu inspirieren, Brücken zu ihrem Alltag zu schlagen, um den Frieden in ihrem Umfeld aktiv zu fördern.”

Spannung zwischen Verheissung und Realität

In seiner Begrüssungsrede vertiefte Markus Bach, Pfarrer der evangelisch-methodistischen Kirche in Winterthur das Bild der «Schwerter zu Pflugscharen» aus dem Micha- und Jesajabuch und wies auf die grosse Spannung zwischen dem Bild und der Realität hin. In einer Welt, in der Krieg, Gewalt, Aufrüstung und Atombombentests wieder als normales Vorgehen erscheinen, hat das Bild genau dort wo diese Konflikte und der Terror stattfinden besondere Relevanz, meinte Bach. Doch wie können wir als Christinnen und Christen konkret damit umgehen? Der Pfarrer schlug zwei Pisten vor: 1) das Bild zum eigenen prophetischen Bild machen, worauf wir hinarbeiten sollen und 2) im eigenen Alltag Einstellungen und Handlungen „Schlag auf Schlag umschmieden”, damit aus einem „Schwert der Gewalt, ein Pflugschar der Liebe” wird oder wie Jesus es in der Bergpredigt sagte: „Liebet eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen.” (Matthäus 5.44).

Ist die Welt heute schlimmer dran als vorher?

Im Anschluss ging Laurent Goetschel, Direktor von Swisspeace, in seinem Referat der Frage nach, ob die Welt heute denn wirklich schlimmer dran sei, als vor dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine. Betrachtet man namentlich die Situation der UNO, der Menschenrechte, des Handlungsspielraums von NGOs oder der Erreichung der Ziele für Nachhaltige Entwicklung, so gab es auch vorher bereits zahlreiche Spannungsfelder: „Weder gelang es, die UNO zu reformieren, noch kamen die Nuklearstaaten ihrer Verpflichtung nach, abzurüsten. Zudem gab es eine ganze Reihe von Bürgerkriegen,” nannte Goetschel einige Beispiele. Zur Einordnung der internationalen Politik seit Beginn des 20. Jahrhunderts führte er aus, dass vor allem zwei Ordnungen hervorstechen: der Realismus, welcher sich auf die Machtverhältnisse zwischen den Nationen bezieht und der Idealismus, der auf der Vernunft basiert: „Je nach Zeitphase und Region, dominiert die eine Ordnung oder die andere. Der Pessimismus in Europa ist stark durch den russischen Angriff auf die Ukraine geprägt und sollte nicht zu voreiliegen Schlüssen auf den gesamten Zustand der Welt verleiten,” erläuterte der Direktor von Swisspeace.

Gottes Bild aus anderen herausholen

Im zweiten Hauptreferat der Konferenz ging Anne Reitsema, Geschäftsleiterin von Medair, am Nachmittag unter dem Titel „Würde erstrahlen lassen” zuerst auf die gegenwärtigen staatlichen Kürzungen im Bereich der humanitären Hilfe und die Erhöhung der Militärbudgets ein. Auch diese Entwicklungen deuten eher in Richtung „Pflugscharen zu Schwertern”, meinte Reitsema. Am Beispiel einer persönlichen Begegnung mit einem Kommandanten in einem Konfliktgebiet, griff sie dann auf die Bedeutung der Menschenwürde auf. Sie wusste von diesem Kommandanten, dass er schreckliche Dinge begangen hatte und musste mit ihm verhandeln, um für die humanitären NGOs Zugang zu schutzbedürftigen Menschen zu erreichen. Indem sie in diesem Menschen sah, dass auch er nach Gottes Ebenbild geschaffen und Gottes Gnade genauso sehr brauchte wie sie, konnte Reitsema die Verhandlung erfolgreich durchführen. So folgerte Reitsema zum Schluss: „Wenn wir Gottes Bild aus anderen herausholen, tragen wir dazu bei, auf Gottes grössere Geschichte der Wiederherstellung hinzuweisen. Wir ändern die Richtung von Schwertern zu Pflugscharen nicht aus eigener Kraft, sondern mit Gottes Hilfe.”

Den Raum für das Gute öffnen

In den vielseitigen Workshops vertieften die Teilnehmenden die Themen rund um die Friedensförderung, Konfliktbewältigung und Versöhnungsarbeit. Bei Sabine Fürbringer, Psychologin, ging es namentlich darum, wie die grosse Menge negativer Schlagzeilen uns bedrängen kann und welche Lösungsansätze es gibt, um in unserem Leben den Raum wieder für das Gute zu öffnen, neben allem Schweren. Bei Werner Burkhard, ehem. Anstaltsleiter Justizvollzug, wiederum, wurde der Mehrwert von Ansätzen der Restaurativen Justiz, also dem Austausch zwischen Opfern und Täter:innen nach geschehenem Unrecht, untersucht. Für die künstlerische Untermalung sorgten an der Konferenz die Gruppe Songs of Peace und die Kunstschmiede Hedinger, welche die Teilnehmenden dazu einlud, Patronenhülsen zu „Peace”-Schlüsselanhängern umzuschmieden. Eine schöne Erinnerung zum Nachhause nehmen und den Frieden in unser persönliches Umfeld weiterzutragen.

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