StopArmut fordert wirksames Gesetz für verantwortungsvolle Unternehmensführung

StopArmut und Interaction haben im Rahmen der Vernehmlassung zum indirekten Gegenvorschlag zur Konzernverantwortungsinitiative Stellung genommen. Der vorgeschlagene Entwurf des Bundesgesetzes über die nachhaltige Unternehmensführung (NUFG) ist ein wichtiger Schritt, reicht jedoch nicht aus, um Menschenrechte und Umwelt wirksam zu schützen.

SHARE
Kovi_Vernehmlassung
|
21 Juli 2026
|
Mitbestimmen

Als christliche Entwicklungsorganisationen setzen sich die Dachorganisation Interaction und StopArmut für eine Welt ein, in der alle Menschen frei von Armut und Ungerechtigkeit leben können und in der die Schöpfung bewahrt wird. Deshalb gehört die Verantwortung von Schweizer Unternehmen für die Achtung der Menschenrechte und den Schutz der Umwelt zu unseren zentralsten Anliegen.

Fortschritt mit grossen Lücken

Wir begrüssen äusserst, dass der Bundesrat einen gesetzlichen Rahmen für nachhaltige Unternehmensführung schaffen will. Der vorliegende Entwurf fällt jedoch hinter den internationalen Entwicklungen (insbesondere der europäischen Lieferkettenrichtlinie CSDDD) zurück. So ist der Zugang zu wirksamem Rechtsschutz für Betroffene von Menschenrechtsverletzungen weiterhin stark eingeschränkt. Auch bei der Aufsicht fehlen ausreichende Transparenz sowie klare Beschwerdemöglichkeiten.

Wir fordern, dass die Schweiz ihr Ziel einer international abgestimmten Regelung, weiter verfolgt. Nur so lassen sich faire Wettbewerbsbedingungen schaffen und Menschen in besonders verletzlichen Situationen wirksam schützen.

Unsere wichtigsten Forderungen

Damit das Gesetz seinen Zweck erfüllen kann, braucht es gezielte Verbesserungen:

  • Grösserer Geltungsbereich: Die vorgesehenen Schwellenwerte, damit Unternehmen in den Geltungsbereich des geplanten NUFG fallen, sind zu hoch. Ausserdem würden durch die geplanten Regelungen Unternehmen aus risikoreichen Branchen (etwa dem Rohstoffsektor) weitgehend ausgeklammert werden. Die Sorgfaltspflicht muss sich stärker am tatsächlichen Risiko orientieren.
  • Umfassende Sorgfaltspflicht: Die Verantwortung von Unternehmen muss entlang der gesamten Wertschöpfungskette (Upstream und Downstream) gelten und nicht auf eine eng definierte «Aktivitätskette» beschränkt werden.
  • Verbindlicher Klimaschutz: Unternehmen sollen ihre Geschäftsstrategie am Pariser Klimaabkommen ausrichten und verbindliche Reduktionsziele für alle relevanten Emissionen festlegen.
  • Klare Haftungsregelung: StopArmut unterstützt die vom Bundesrat vorgeschlagene ausdrückliche Haftungsnorm. Nur so erhalten Betroffene bessere Möglichkeiten, ihre Rechte geltend zu machen.
  • Mehr Transparenz und unabhängige Aufsicht: Die neue Aufsichtsbehörde muss unabhängig arbeiten. Gleichzeitig braucht es ein Recht auf Information sowie zugängliche und wirksame Rechtsmittel für Betroffene.
  • Unterstützung für KMU: Kleine und mittlere Unternehmen dürfen nicht unverhältnismässig belastet werden. Sie benötigen Unterstützung bei der Umsetzung der Vorgaben.

Menschenrechte wirksam schützen

Für die Mitgliedsorganisationen von Interaction im Globalen Süden sind Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung keine theoretischen Fragen, sondern tägliche Realität. Eine wirksame Gesetzgebung kann dazu beitragen, Schäden zu verhindern, bevor sie entstehen.

Deshalb fordern StopArmut und Interaction den Bundesrat auf, den Gegenvorschlag massgeblich zu stärken. Die Schweiz braucht ein Gesetz, das den europäischen Standards entspricht und einen wirksamen Schutz von Mensch und Umwelt bietet.

 

Jetzt Vernehmlassungsantwort von StopArmut lesen (französisch)

Teile diesen Beitrag mit deinen Freunden

ähnliche Beiträge

Kovi_Vernehmlassung

StopArmut und Interaction haben im Rahmen der Vernehmlassung zum indirekten Gegenvorschlag zur Konzernverantwortungsinitiative Stellung genommen. Der vorgeschlagene Entwurf des Bundesgesetzes über die nachhaltige Unternehmensführung (NUFG) ist ein wichtiger Schritt, reicht jedoch nicht aus, um Menschenrechte und Umwelt wirksam zu schützen.

21 Juli 2026
Titelbild-Jahresbericht-2025_Tschad-Morija

Der Interaction-Jahresbericht 2025 bietet einige spannende Insights in die Geschäftstätigkeiten von StopArmut letztes Jahr

20 Juli 2026
5 femmes avancent sur une route de terre au Guéra, Tchad

Die Provinz Guéra im Tschad ist dafür bekannt, dass hier unterschiedliche religiöse Gemeinschaften friedlich zusammenleben. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis der unermüdlichen Arbeit von Menschen, die entschlossen sind, dem Dialog den Vorrang vor Waffen und Rache zu geben.

15 Juni 2026
Melde dich für unseren Newsletter an