Wie kann ich meinen Fussabdruck reduzieren?

Workshop: Eine praktische Anleitung: Eine Konstante finden, die grossen Hebel anpacken, Gewohnheiten ändern

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A lake in the shape of human footprints in the middle of a lush forest as a metaphor for the impact of human activity on the landscape and nature in general. 3d rendering.
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10 April 2023
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Leben

Zusammenfassung aus: Workshop der StopArmut Konferenz am 25. März 2023 in Aarau
Autorin und Workshopleiterin: Sabina Galbiati


Wie kann ich meinen Fussabdruck reduzieren?

Reduziere die Treibhausgas-Emissionen und die Umweltbelastung in drei Schritten.

Schritt 1: Finde deine konstante Motivation, deine Überzeugung, wofür du das machen möchtest.

Deine Überzeugung/konstante Motivation soll dich langfristig motivieren – ganz unabhängig von deiner aktuellen Laune, deinem Energielevel oder davon, wie andere sich verhalten. Ich nenne es für mich ganz einfach «meine Konstante».

Beispiele für eine Konstante:

  • Ich bin der Überzeugung, dass jeder Mensch das Recht auf sauberes Wasser, saubere Luft und gesunden Boden hat.
  • Ich möchte in meinem Leben so viel Gutes tun, wie ich kann.
  • Meine Kinder und Enkelkinder haben das Recht auf eine lebenswerte Zukunft/ Ich will meinen Kindern ein Vorbild sein.
  • Ich bin der Überzeugung, dass der Mensch kein Recht hat, die Umwelt und das Klima derart zu beeinträchtigen, dass andere Lebewesen darunter leiden.

Schritt 2: Kenne die 5 grossen Hebel.

Mit den fünf Hebeln erreichst du in deinem Alltag am meisten. Andere Sachen darfst du natürlich ebenfalls gerne machen.

  1. Ernährung:
    Grösster Impact absteigend: Pflanzenbasierte Ernährung mit möglichst wenig Fleisch und anderen tierischen Produkten. Food Waste reduzieren und allenfalls Food Save-Projekte unterstützen. Zu Fuss einkaufen. Genussmittel wie Schoggi, Kaffee oder Alkohol reduzieren. Flugware vermeiden.
  1. Mobilität:
    Grösster Impact absteigend: Kurze Distanzen zu Fuss oder mit dem Velo machen. Für weitere Distanzen den öV nutzen. Wenn es nicht ohne Auto geht, dann ein schlankes Elektroauto, das du dir vielleicht mit anderen teilst. Mit dem Zug in die Ferien reisen.
  1. Wohnen:
    Grösster Impact absteigend: Wenn möglich eine klimafreundliche Heizung einbauen und das Haus isolieren. Falls das nicht geht, im Winter mehr anziehen und weniger heizen. Jedes Grad weniger spart bis zu 6 Prozent Energie. Warmwasser sparen mit guten Sparaufsätzen für Hähne und Dusche. Duschen statt baden. Beim Kochen aufs Energiesparen achten und Geschirrspüler immer ganz füllen.
  1. Politisches Engagement:
    An Abstimmungen teilnehmen. In der eigenen Gemeinde etwas bewirken, indem man auf Politiker:innen und Kommissionsmitglieder zugeht. Hat deine Gemeinde beispielsweise eine Umweltkommission? Auch via Verein lässt sich politisch etwas bewegen, Bsp. Verein Klimaschutz Schweiz mit Gletscher-Initiative.
  1. Gezieltes, finanzielles Engagement:
    Organisationen, die einen politischen, gesellschaftlichen oder technologischen Wandel vorantreiben, bringen wesentlich mehr als Bäumli-Pflanzaktionen oder ein 20-Franken-Solaranlagen-Sposoring. Es muss aber nicht entweder oder sein. Vielleicht ist eine 70/30- oder 50/50-Lösung für dich optimal?

Schritt 3: Alte Gewohnheiten ändern/ neue Gewohnheiten etablieren und sich vernetzen.

Damit du deinen Alltag auf Umwelt- und Klimafreundlich trimmen kannst, braucht es oftmals neue Gewohnheiten sowie Menschen, die dich unterstützen, und die du unterstützt.

Schlechte Auslöser eliminieren, neue gute Auslöser etablieren. Das Setting ändern. (Sozialpsychologe Bas Verplanken)

Gewohnheiten haben meistens einen oder mehrere Auslöser. Sie sind beispielsweise orts-, zeit, emotions- und/ oder gesellschaftsgebunden. Sie laufen in einem Setting ab.

Einfache Beispiele:

  • Wenn ich koche, gehört Fleisch dazu, weil ich das am besten kann und es mir schmeckt (Emotion)/ es sonst keine richtige Mahlzeit ist (Emotion, Gesellschaftsnorm).

 

Öfter pflanzlich kochen: Online nach Fleischersatzprodukten schauen, die man gerne ausprobieren will, (einfache) Rezepte suchen, die per se ohne Fleisch sind (neue Auslöser). Im Geschäft einen Bogen um die Fleischtheke machen (schlechter Auslöser), dafür durch das Regal mit Ersatzprodukten stöbern.

  • Ich fahre mit dem Auto zur Arbeit und zum Einkaufen, weil das Fahrrad zu anstrengend ist (ortsabhängig, tageszeitabhängig, emotionsgebunden – man hat einfach keine Lust auf das Fahrrad).

 

Das Fahrrad nehmen: Wenn möglich das Auto weiter weg parkieren (schlechter Auslöser), Allenfalls ein E-Bike testen für weite oder steile Strecken (neuer Auslöser), wenn möglich eine schöne Veloroute nehmen (neuer Auslöser, neues Setting).

  • Im veganen oder vegetarischen Restaurant essen gehen (neues Setting, neuer Auslöser), statt zum Restaurant, wo viel Fleisch auf der Karte steht (altes Setting).

 

Mach Wenn-Dann-Pläne und schreib sie auf. (Motivationspsychologe Peter Gollwitzer)

Nur Positivformulierungen verwenden. Mit Begriffen wie «nicht» oder «kein» kommt unser Hirn ganz schlecht klar.

  • Wenn ich einkaufen gehe, dann gehe ich zu den Fleischalternativen.
  • Wenn ich auswärts esse, dann gehe ich ins vegane oder vegetarische Restaurant.
  • Wenn es schönes Wetter ist, dann nehme ich das Fahrrad.

 

Vernetze dich mit Gleichgesinnten!

  • Klima-Apéro im Quartier in der Gemeinde organisieren
  • Sich ehrenamtlich engagieren zum Beispiel bei einem Verein, Food Save-Projekt, einer Naturschutzorganisation
  • Selber etwas auf die Beine stellen (Klimanetzwerk im Quartier oder der Gemeinde, Kleidertausch-Event, Velo-Grüppli mit Leuten vom Arbeitsplatz)

 

Jetzt bist du dran! Welchen Schritt nimmst du dir vor?


Mehr Informationen und Tipps für deinen Nachhaltigen Lebensstil:

Buch von Sabina Galbiati: 101 Antworten für deinen nachhaltigen Alltag

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