Ziel 14 - Leben unter Wasser

Auf den ersten Blick scheint Ziel 14 ein Nebenschauplatz zu sein, und es sieht nicht danach aus, dass wir eine spezifisch christliche Antwort darauf finden könnten. Gibt es so etwas wie eine Theologie der Fische?

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24 Juni 2022
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Dem HERRN gehört die ganze Welt und alles, was auf ihr lebt. Die Erde befestigte er über dem Wasser, ihre Fundamente legte er auf den Meeresgrund. Psalm 24.1-2

Auf den ersten Blick scheint Ziel 14 ein Nebenschauplatz zu sein, und es sieht nicht danach aus, dass wir eine spezifisch christliche Antwort darauf finden könnten. Gibt es so etwas wie eine Theologie der Fische? Doch es lohnt sich, darüber nachzudenken: über das Wasser, das zwei Drittel unseres Planeten bedeckt, und über das Leben, das es erhält.

Die Schöpfungsgeschichte räumt dem Wasser einen hohen Stellenwert ein und schliesst damit, dass die Ozeane «von lebendigem Getier wimmeln» (1. Mose 1,20). Später scheinen die Meere eine geheimnisvolle, fast mystische Ehrfurcht zu gebieten und nicht wenig Furcht auszulösen. Die jüdischen Menschen des Altertums waren keine Seefahrer, und die Ozeane jenseits ihrer Küsten waren berüchtigt als ein Ort der Bosheit und des Übels, des «Leviatan» (Hiob 40,25 und Psalm 74,13-14) und des Todes. Wenn also Jesus kommt und von ihm gesagt wird, «dass ihm Wind und Meer gehorsam sind» (Matthäus 8,27), dann war das wirklich etwas sehr Bedeutendes. Und schliesslich gibt es da noch die Stelle mit dem Meer in der Offenbarung (Offenbarung 20,13 und 21,1). Wahrscheinlich kann sich vielen von uns, wenn wir am Ufer stehen und auf den weiten Ozean hinausschauen, etwas von diesem elementaren, ja urtümlichen und gefährlichen Wunder erschliessen: die Schönheit, aber auch die Macht des Unbezähmbaren. Die Bedeutung der Meere und Ozeane lässt sich nicht bezweifeln. Wenn Meeresspiegel, ph-Gleichgewicht, Temperatur oder Sauberkeit beeinträchtigt werden, wird die biologische Vielfalt, die sie ermöglichen, grundlegend geschädigt. Korallenriffe, ein Beispiel für Gottes wunderbare Schöpfung, sind bedroht: 90 Prozent werden nach aktuellen Prognosen bis 2030 verschwunden sein! Die Folgen für die Menschen sind ebenso real, nicht zuletzt für die 37 Prozent der Weltbevölkerung, die in Küstenregionen leben. Wenn wir diese Fakten zusammenführen, können wir sehen, dass der Schutz der Meere wichtig ist, und zwar auch wichtig für die Christen und Christinnen, denn sie sind notwendigerweise um den Schutz der Umwelt als Ganzes besorgt. Ziel 14 hat Vorgaben im Zusammenhang mit der Meeresverschmutzung, den Küstenökosystemen, der Überfischung und dem besonderen Schutz jener Inselgemeinschaften, die durch den Anstieg des Meeresspiegels ernsthaft gefährdet sind. Diese Agenda sollte jeder, der jemals «seine Wunder im Meer» (Psalm 107,24) erfahren hat, mit Begeisterung anpacken.

Hier findest du mehr Inhalte, Diskussionspunkte und Handlungsanregungen zu diesem Ziel.

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