Wir gingen zutiefst inspiriert aus den Plenarveranstaltungen, verschiedenen Podiumsdiskussionen, thematischen Tracks und unzähligen Vernetzungsmomenten heraus. Eine besonders zum Nachdenken anregende Session war die Podiumsdiskussion zum Thema “Networking, Partnerships and Collaboration: A Way of Walking Together in Hope.” („Netzwerken, Partnerschaften und Zusammenarbeit: Ein Weg, gemeinsam in Hoffnung zu gehen.“)
Auf dem Podium waren vertreten:
• Beth Birmingham (Host)
• Jocabed Solana (Direktorin von Memoria Indigena, Panama)
• Phil Wilkerson (Operations Manager von Micah Australia, Australien)
• Carol N’ganga (Direktorin von Msingi Trust, www.msingiafrica.org, Kenia)
Phil erinnerte das Publikum ganz am Anfang der Diskussion:
„Die Suche nach Gemeinsamkeiten beginnt mit der Suche nach höherem Gelände. Wenn man zusammen dieses höhere Gelände besitzt, muss man sich nicht in allem Übrigen nicht immer einig sein.“
Jocabed ergänzte eine generationenübergreifende Perspektive:
„Wir arbeiten nicht nur für uns selbst, sondern für die nächste Generation. Ich pflanze diesen Baum nicht, damit ich von ihm esse, sondern damit die nächste Generation davon essen kann. Genauso ist Kollaboration nicht für uns selber gedacht, sondern für andere.“
Diesbezüglich reflektierte sie über die Notwendigkeit, in echter Kollaboration bestimmte Privilegien loszulassen. Als konkretes Beispiel nannte sie die Frage der Sprache bei Verhandlungen: Wer darf die Verhandlungssprache bestimmen? Von den meisten lokalen Partnerinnen und Partnern werde erwartet, dass sie Englisch sprechen, obwohl das nicht ihre Muttersprache ist. Wer hat die Macht, das zu entscheiden?
Daraus entwickelte sich eine breitere Diskussion darüber, wie Machtungleichgewichte nach wie vor eine Realität in Partnerschaften und Kollaborationen sowie im Non-Profit-Sektor insgesamt darstellten.
Carol brachte diese Spannung eindrücklich auf den Punkt:
„Auf dem Papier ist es Kollaboration, aber in der Realität tanzen wir für das Geld.“ Sie betonte, dass finanzielle Unterstützung oft nur unter der Bedingung zugänglich ist, dass umfangreiche Berichte und komplexe Logframe-Strukturen erstellt werden. Oft widerspiegle dabei der Output für die implementierenden Organisationen im Verhältnis dann jedoch nur der Bruchteil der Ressourcen, die dafür hätten eingesetzt werden müssen. Die Podiumsteilnehmenden merkten an, dass dieses System generative Muster von Armut und Reichtum fortschreiben könne und häufig ein westlich geprägtes Entwicklungsmodell wiederspiegle, dem lokale Partnerinnen und Partner zu folgen haben. Es wurde auch beobachtet, dass Kollaborationen manchmal Machtlogiken ausdrücken, wenn der Geldgeber bzw. Geldgeberin zwar finanziere, aber ständige Nachweise über die korrekte Verwendung der Finanzen verlange – eine Anforderung, die bewusst oder unbewusst Kontrolle verstärkt.
Zudem reflektierte die Gruppe über die Gefahr einer sich selbsterhaltenden Entwicklungsindustrie. Dadurch stellte sich die provokante Frage, ob der Sektor wirklich das Ziel verfolgt, sich selber „überflüssig zu machen“ oder ob in der Praxis viele vom Fortbestehen der Armut profitierten.
Phil schloss mit einer Aufforderung:
„Wir müssen sicherstellen, dass das, was wir sagen, auch widerspiegelt, was wir tun.“
Einige Stimmen aus dem Publikum brachten sich mit Aussagen wie
„Nehmt euer Logo von euren Postern“
und
„Kennt und steht zu euren Inkompetenzen“
in die Diskussion ein.
Host Beth beendete die Session mit dem Statement:
„Collaboration: This is a die to the word efficiency.“
(„Kollaboration: Das ist ein Sterben des Begriffs Effizienz.“)
Hier einige weitere Eindrücke der Micah Global Consultation:
- Unsere Delegation bestehend aus Matthieu (CEO Interaction), Salomé (Coordinatrice StopPauvreté) und Anja (Koordinatorin StopArmut)
- Wie siehst du die Welt?
- Der Leitvers der Micha-Bewegung als Gebet
- Verschiedene Plenumsdiskussionen
- Exkursion Advocacy Track: Ausbildungsstätte fürs Gastgewerbe auf dem Grund einer Kirche als Beispiel einer Kampagne zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in Langa
- Hands-Off District 6 Kampagne in Kapstadt als Beispiel einer Bewegung gegen Zwangsumsiedlung
- Im Museum des Friedensnobelpreisträgers und Menschenrechtsaktivists Desmond Tutu
- Micah Australien präsentiert ihre Kampagne
- Input dazu, wie Jesus bestehende Machtverhältnisse umgekrempelte.
- Gruppenfoto der Consultation
- Zum Schluss noch Sightseeing: Hier auf dem Tafelberg





