StopArmut Konferenz am 1. November 2025
in der Arche Winterthur
Keynotes

Anne Reitsema (Hauptreferentin)
CEO Medair und führende Stimme sowie Akteurin im globalen Sektor der humanitären Hilfe.
Der Wert der Würde
Wie können wir das Beste aus anderen herausholen, wenn wir mit Konfliktsituationen konfrontiert sind? Was bedeutet es, anzuerkennen, dass wir alle nach Gottes Ebenbild geschaffen sind und alle gleichermassen Gottes Gnade benötigen? Anne Reitsema berichtet von ihren Erfahrungen , die sie als humanitäre Einsatzleiterin im Kontext von Verhandlungen mit lokalen Behörden um Zugang zu Krisengebieten machte.

Prof. Dr. Laurent Goetschel (Hauptreferent)
Professor für Politikwissenschaft an der Universität Basel und Direktor der Schweizerischen Friedensstiftung (swisspeace).
Was können wir zur Friedensförderung beitragen?
Friedensförderung ist nicht nur Aufgabe der Politik oder internationaler Organisationen, sie beginnt bei uns selbst. Im Fokus stehen die politischen und wissenschaftlichen Grundlagen moderner Konfliktbewältigung und die Frage, welche Rollen Einzelpersonen, die Zivilgesellschaft, der Staat und die internationale Gemeinschaft dabei spielen können.
Workshopleitende

Sabine Fürbringer
Psychologin lic.phil.FSP und Paartherapeutin, www.fuerbringerberatung.ch
Zwischen Hilflosigkeit, Überforderung und Abstumpfung
Täglich überrollen uns neue Meldungen von menschlichem Elend und kriegerischen Auseinandersetzungen an den weltweiten Krisenherden. Im Workshop suchen wir Wege, wie wir einen gesunden Umgang mit diesen News finden und die psychischen Belastungen, die dadurch entstehen können, gut abfedern.

Yannick Wild
Advocacy Coordinator Peace Brigades International
Friedensgemeinschaft inmitten der Gewalt Kolumbiens: Wenn die Welt nicht wegschaut
Am Beispiel der Friedensgemeinschaft San José de Apartadó (Kolumbien) wird gezeigt, wie internationale Advocacy und gewaltfreie Initiativen inmitten eines bewaffneten Konflikts wirksam unterstützt und gestärkt werden können.

Stephan Kruschwitz
Mitglied der Geschäftsleitung der "Gemeinschaft der Versöhnung"
Versöhnung auf der Grundlage des Evangeliums
Der Nahostkonflikt ist einer der grössten Konfliktherde der Welt und findet immer stärker auch in Europa statt. Der Workshop geht auf die Hintergründe des Konflikts ein, warum der Appell an den guten Willen nichts bringt und inwiefern nur das Evangelium zu einer nachhaltigen Lösung führen kann.

Matthias Ackermann
Leitet Gruppen in Christlicher Meditation an und engagiert sich für die Höhere Fachschule TDS Aarau bei StopArmut
Mit Christlicher Meditation die Not der Welt vor Gott bringen
Nachrichten von Gewalt und Krieg belasten unsere Seele. In stillen, meditativen Gebetsformen bringen wir diese Last vor Gott. Wir vertrauen darauf, dass er sie trägt – und wirkt. Und finden selber Kraft, Fokus und Mut für den Beitrag, den wir leisten können.

Werner Burkhard
Soz. Päd., pensionierter Anstaltsleiter Justizvollzug, Swiss Restorative Justice Forum Vorstandsmitglied, RJ-Praktiker
Brücken bauen nach Schaden - der Ansatz von Restorative Justice
Ansätze der Restorative Justice setzen auf Wiedergutmachung, Dialog und die Wiederherstellung von Beziehungen. Einen zentralen Wert hat dabei das Eingeständnis eigener Schuld: Wer Verantwortung für begangenes Unrecht übernimmt, schafft die Grundlage für Vergebung. So können Heilung geschehen und neuer Frieden möglich werden.

Christoph Sigrist
ref. Pfarrer, Titularprofessor Uni Bern, ehem. Stadtpfarrer Grossmünster Zürich, Präsident Zürcher Spendenparlament, Experte urbane Diakonie und interreligiöser Dialog
Lukas Gerber
Verantwortlicher für Theologie und Bildung bei StopArmut, Doktorand in Diakoniewissenschaft an der Universität Bern
Feindesliebe statt Feindbild: Kirche als Stachel?!
Im Krieg ist der andere nicht mehr Mensch, sondern Feind. Doch diese Logik beginnt lange vorher. Auch Kirchen sind nicht davor gefeit – und doch verkünden sie eine radikale Botschaft: „Liebt eure Feinde.“ Feindesliebe fällt nicht vom Himmel, sie will geübt sein. Der Workshop gibt konkrete Impulse, wie wir als Kirche und als Einzelne eine Alternative zur Feindeslogik bilden können.

Anne Reitsema
CEO Medair und führende Stimme sowie Akteurin im globalen Sektor der humanitären Hilfe
Matthieu Dobler Paganoni
CEO Interaction
From Swords to Ploughshares - what does this look like in today's war torn world?
Join us for a podcast-style conversation with Anne Reitsema, CEO of Medair, as we discuss the challenges and opportunities of providing humanitarian aid in conflict zones. We will explore the symbolism of Isaiah 2:4, "They shall beat their swords into ploughshares," and its relevance to modern humanitarian efforts. Can aid be more than just relief? Can it also foster hope and resilience?
Dieser Workshop findet auf Englisch statt

Angelo Fässler, JUMP Jugendarbeit Neukirch und Schönholzerswilen, Simon Zürcher, Jugend EMK Schweiz, Curdin Lieberherr, Leiter Jugend Evangelische Allianz Toggenburg, Philipp Bertschinger, Jugendarbeiter / Sozialdiakon Evangelische Kirchgemeinde Andwil-Erlen, Alexandra Odermatt, Römisch-katholische Jugendarbeit Pfarrei Hünenberg, Lea Palmer, Schweizerische Jugendarbeit Christkatholisch, Lukas Gerber, Verantwortlicher für Theologie und Bildung bei StopArmut, Doktorand in Diakoniewissenschaft an der Universität Bern
Feindesliebe statt Feindbild: Kirche und Jugend als Stachel?!
Im Krieg wird der Gegner schnell zum Feind – doch diese Logik beginnt schon viel früher, auch in der Jugendarbeit. Jesus sagt dagegen: „Liebt eure Feinde.“ Feindesliebe fällt nicht vom Himmel – man muss sie üben!
Im Workshop schlüpfen wir zuerst ins „Kriegsministerium“ und erleben, wie Krieg geplant wird, hören danach die Bergpredigt und teilen am Schluss unsere Erfahrungen: Wer sind unsere „Feinde“ im Alltag? Alle, die mitmachen wollen, sind eingeladen, ihre Geschichten zu erzählen.
Moderiert von Lukas Gerber (StopArmut)
Künstlerische Untermalung
Songs of Peace
SONGS OF PEACE, ursprünglich ein Musikprojekt des friedenstheologischen Bildungszentrum Bienenberg, ist heute für ihren alternativen musikalischen und theologischen Ansatz als Band bekannt. Sie setzen auf natürliche Instrumente und reduzierte Klänge in Kombination mit elektronischen Elementen. Zu den musikalischen Einflüssen gehören Weltmusik, klösterliche Traditionen und Klangtherapie.
Durch ihre Musik wollen sie Werte wie Einfachheit, Authentizität, Gemeinschaft, Nachhaltigkeit und globales Bewusstsein prägen. Neben Lob und Dankbarkeit kommen in ihren Liedern auch Themen wie Not, Zweifel oder der Ruf nach Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung zum Ausdruck. Einprägsame Melodien laden zum gemeinsamen Singen und Meditieren ein und entfalten als gesungenes Gebet eine eigene Kraft.
Geleitet wird die Band vom Ehepaar Dennis Thielmann und Karin Franz und von Musiker:innen aus der Evangelischen Mennonitengemeinde Schänzli unterstützt.
www.songsofpeace.ch | YOUTUBE | STREAMING-PLATTFORMEN |INSTAGRAM
Impulse aus der Schmiede
Daniel Hedinger
Geschäftsführer der Kunstschmiede Hedinger, übt das Schmiedehandwerk mit viel Weitsicht und Leidenschaft aus.


Du willst die Referate der Keynotes nochmals in Ruhe nachhören? Die Aufzeichnungen der Konferenz findest du unter folgendem Link.
Videos der Konferenz: Youtube StopArmut
Konferenzort
Adresse
Arche Winterthur
Heinrich-Bosshard-Strasse 2
8405 Winterthur
Anreise per Bus von Winterthur Bahnhof
Bus: B2 Richtung Winterthur, Seen
Haltestelle: Winterthur, Waser
Wir empfehlen die Anreise per ÖV. Parkplätze gibt es in der blauen Zone (kostenpflichtig) im Quartier rund ums Konferenzgebäude.
Programm
Vormittag
08:30 Türöffnung, Kaffee
09:30 Uhr Start Konferenz, Plenum 1
- Grusswort Evangelische Allianz Winterthur EAW
- Besinnlicher Einstieg
- Künstlerisches Intermezzo: Songs of Peace
- Referat: Prof. Dr. Laurent Goetschel
- Künstlerisches Intermezzo: Songs of Peace
11:00 Uhr Pause
11:30 Uhr Workshopblock 1
12:20 Uhr Mittagessen
Nachmittag
13:35 Uhr Plenum 2
- Referat: Anne Reitsema
- Künstlerisches Intermezzo: Songs of Peace
- Impulse aus der Schmiede: Daniel Hedinger
14:55 Uhr Pause
15:25 Uhr Workshopblock 2
16:25 Uhr Plenum 3
- Besinnlicher Teil
- Abschluss
17:00 Uhr Ende
Schwerter zu Pflugscharen – von Reaktionen auf bewaffnete Konflikte
Konflikte hetzen um den Erdball, flackern punktuell auf, glühen in unseren Gedanken nach. Manche Konflikte dröhnen laut, andere nagen leise, jedoch konstant. Sie sind fern und doch nah, unsichtbar und doch allgegenwärtig.
Konflikte, wenn ich die Augen öffne, beim Scrollen durch meinen Instagram-Newsfeed, im Rauschen des Radios, in den Erzählungen der SpendenjägerInnen am HB, wenn ich auf ihr «Hesch mr ä Minute?» eingehe. Konflikte, selbst wenn ich die Augen von all den Konflikten da draussen verschliesse und nur in mich hineinschaue. Selbst dort finde ich sie.
Wie soll ich auf die Konflikte da draussen schauen, wenn schon in mir dieser Kampf tobt? Doch was ist meine innere Unruhe gegen die Kriege da draussen? Kein Vergleich. Verunsicherung. Und genau deswegen spüre ich Schuld. Andere Dimensionen. Doch ganz verdrängen lässt sich dieser Konflikt in mir nicht. Zu real ist die Ohnmacht. Sorgen und Leiterlispiel-Erleichterung, wenn der Abhang/die Grube vier Felder vor mir ist und ich eine Fünf würfle. Schlechtes Gewissen, wenn es dann meine Mitspielerin erwischt. Betrifft mich ja eigentlich nicht. Oder betrifft mich ja doch, denn wir spielen dasselbe Spiel. Berührt mich nicht. Oder berührt mich ja doch, denn sie ist meine Mitspielerin. Und wieder Sorgen. Vor der nächsten Runde.
Doch was ist meine Antwort darauf? «Resilienz stärken», schreiben Organisationen überzeugt in ihr Leitbild. „Lautstark anprangern, verurteilen und durch Blossstellung zum Frieden zwingen“, ruft der Aktivismus von der Straße aus. „Geht dich nichts an“, meint die Gleichgültigkeit.
„Steck dein Schwert weg, denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen (Matt. 26, 52)“, lautet die Jesu Anweisung. Mein Schwert wegstecken? Meine Macht aus der Hand geben? Die Möglichkeit, Leben zu nehmen oder auch Leben zu verteidigen? Diese Macht einfach loslassen und mich in eine gewollte Ohnmacht begeben? Ist das dein Ernst, Jesus?
Unversöhntheit, die Quelle, die Hochdruckwasserpumpe für zwischenmenschliche Konflikte. Mit der Wucht von aus dem Feuerwehrschlauch preschenden Wassermassen, trifft sie den/die andere/n, und den Spritzenden durch ihre Rückstosskraft gleichermassen. Wir brauchen Versöhnung. Wir brauchen Vergebung. Die krallenden Finger am Schwertgriff schlaff werden lassen. Sie schliesslich davon lösen. Einen um den anderen. „Denn alle die zum Schwert greifen…“ Diese Worte Jesu klingen nach. Nicht zum Schwert greifen. Sondern loslassen.
Stattdessen ergreifen. Die mir entgegengestreckte Hand ergreifen. Ergreifen was mir die Hand entgegenstreckt. Einen Hammer?
Für die losgelassene Waffe? Das weggesteckte Schwert? «Schmiede es um zu Pflugscharen», ermutigt uns der Prophet Jesaja. «Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen machen und ihre Spiesse zu Sicheln. Denn es wird kein Volk gegen das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen“ (Jes. 2,4). Zweckentfremden. Umfunktionieren. Upcycling. Das Aufgeben einer leidbringenden Waffe – und das Aufgeben der Macht: der Macht, Leben zu nehmen und Leben zu schützen. Hin zu einem Gerät, das den Boden für neues Leben vorbereitet.
Rache zu Vergebung. Aggression zu produktiver Kraft. Massive Aufrüstung zu schrittweiser Abrüstung. Werkzeuge des Krieges zu Werkzeugen des Friedens. Von Ressourcen zur Zerstörung zu Ressourcen zur Versorgung. Menschliches Gegeneinander zu gottgewolltem Miteinander. Instrumente der Gewalt zu Instrumenten des Friedens. Schwerter zu Pflugscharen.
Dafür braucht es keine Weltmacht.
Schwerpunkte
- Bewaffnete Konflikte und ihre Folgen auf Menschen und Umwelt: Wie beeinflussen Krieg und Gewalt das Leben und die Zukunftsperspektiven von Menschen in Konfliktgebieten? Welche langfristigen Schäden entstehen für die Umwelt?
- Konfliktbewältigung und Friedensförderung: Welche Rolle können wir als Einzelne, Kirchen, Zivilgesellschaft, Staat und internationale Gemeinschaft bei der Friedensförderung spielen? Ist Pazifismus eine Option? Was bedeutet es, wenn Jesus uns auffordert, das Schwert wegzustecken – und damit Macht abzugeben?
- Praktische Übungen zum Umgang mit Konflikten: Wie können Dankbarkeitspraxis, spirituel Rituale, bewusster Medienkonsum und Resilienzstärkung helfen, mit Konflikten umzugehen?
- Kirche als Mediatorin zwischen Konfliktparteien und als Ort der Versöhnung: Wie trägt Unversöhntheit zur Instabilität ganzer Regionen bei? Wie kann der Glaube in Konflikten als Ressource zur Versöhnung genutzt werden? Wie kann die Kirche ein Ort der Aussöhnung sein?
Aussteller:in an der Konferenz: Mehr Sichtbarkeit für deine Organisation
Informationen und Anmeldung Markt der Möglichkeiten
Im Austellerbereich dabei sind
Prosperita ist eine christlich-ethische Pensionskasse in der Schweiz. Sie verwaltet Vorsorgegelder nach Prinzipien guter Verwalterschaft und christlicher Verantwortung – langfristig, nachhaltig und gemeinwohlorientiert.
Die Schweizerische Evangelische Allianz (SEA) ist ein Netzwerk evangelischer Christen und Werke in der Schweiz, das Gemeinschaft fördert, den Glauben teilt und in der Gesellschaft Stellung nimmt. Sie verknüpft lokale Gemeinden über Sektionen, beteiligt sich an ethischen Debatten und bietet Raum für Glaubensdialog.
Medair ist eine humanitäre NGO mit Sitz in der Schweiz, die in Krisengebieten tätig ist, um akute Not zu lindern – zum Beispiel durch Gesundheitsversorgung, Versorgung mit sauberem Wasser, Notunterkünfte und Ernährung. Seit ihren Anfängen in den späten 1980ern arbeitet Medair unabhängig von Religion oder Herkunft und legt Wert auf schnelle und effiziente Hilfe.
Die EVP ist eine politische Partei in der Schweiz, die sich auf der Grundlage des christlichen Glaubens politisch engagiert. Sie setzt sich ein für eine Politik, die menschlich, verantwortungsbewusst und sozial orientiert ist und christliche Werte in gesellschaftliche Themen einbringt.
Chance für Morgen stärkt Kinder, Jugendliche und Familien durch Bildungs- und Freizeitprogramme, die Würde, Respekt und Hoffnung fördern. Die Projekte verbinden schulisches Lernen mit Lebenskompetenzen, Gleichberechtigung und gewaltfreier Konfliktlösung – damit junge Menschen ihre Zukunft selbstbewusst gestalten können.
Die Lepra-Mission Schweiz engagiert sich seit über 100 Jahren international im Kampf gegen Lepra, unterstützt Betroffene medizinisch, sozial und durch Bildung und setzt sich für Integration und gegen Diskriminierung ein. Sie arbeitet in mehreren Ländern mit lokalen Partnern zusammen, um Heilung, Früherkennung und menschenwürdige Lebensbedingungen zu ermöglichen.
Mission21 (Evangelisches Missionswerk Basel) ist eine internationale Lerngemeinschaft, die Entwicklungszusammenar-beit, humanitäre Hilfe und interkulturellen Austausch in über 18 Ländern fördert. Ihr Fokus liegt auf Bildung, Friedensförderung, Gesundheitsprojekten, Ernährungssouveränität und der Förderung gerechter Beziehungen in globalen Kontexten.
Das Bildungszentrum Bienenberg in Liestal ist ein Ausbildungs- und Tagungszentrum freikirchlicher und täuferischer Tradition, das Kurse, Seminare und Weiterbildungen zu Theologie, Spiritualität, Konflikttransformation etc. anbietet. Ebenso pflegt Bienenberg Begegnung, Gemeinschaft und persönliche Vertiefung in einem Umfeld, in dem Lernen, Entdecken und Handeln zusammenspielen.
Trägerorganisationen
Vergangene Konferenzen

